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15 Jahre Umweg -  mein Weg durch die Sucht

Marvin Stolze, Referent für Suchtprävention an Schulen
  • Clean seit 5 Jahren

  • Referent für Suchtprävention

  • Offizieller Kooperationspartner im LOBW-Portal

  • Referent für Fachkräfte 

Marvin Stolze

Gründer von SuchtGelebt

Gefühle sind da, um wahrgenommen zu werden – man muss sie nicht betäuben.

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Aufgewachsen bei Stuttgart, viel unterwegs auf dem Rennrad, fest eingebunden in einen Verein und einen Freundeskreis, der sich genau darüber definiert hat.

Von außen sah es aus wie eine normale Kindheit.

Doch der Leistungsdruck wuchs schneller, als ich mithalten konnte – und mit zehn Jahren war plötzlich alles weg, worauf sich mein Alltag und meine Identität aufgebaut hatten.

Ein behütetes Kind

​Ich war zehn und plötzlich niemand mehr. Also suchte ich mir einen neuen Anschluss – bei viel älteren Jugendlichen.

Um akzeptiert zu werden, habe ich beobachtet, mich angepasst, mitgemacht.

Die erste Zigarette mit zehn. Der erste Vollrausch kurz danach. Was wie Zugehörigkeit aussah, war der Anfang einer Abwärtsspirale, die sich über Jahre durch Schulwechsel, Mobbing und immer tiefer in verschiedenste Substanzen zog.

Dazugehören, koste es, was es wolle

Was mit Anpassung begann, wurde zur Sucht. Was als Fluchtpunkt diente, wurde zur eigenen Gefahr.
Es gab Jahre, in denen ich mich selbst kaum wiedererkannt habe – geprägt von Kontrollverlust, Beziehungen, die daran zerbrachen, und Momenten, in denen ich nicht mehr weiterwusste.
Manches davon erzähle ich nur persönlich, in meinen Workshops – dort, wo es wirklich etwas bewegen kann.

Der Punkt, an dem nichts mehr normal war

Irgendwann kam der Moment, an dem ich mir selbst ein Versprechen gegeben habe: Wenn ich je wieder an diesem Punkt stehe, hole ich mir Hilfe.

Dieses Versprechen habe ich Jahre später eingelöst – nach einem letzten Weckruf, der keinen Zweifel mehr zuließ.

Der Weg in die Therapie war der erste Schritt zurück zu mir selbst.

Die Entscheidung, mir zu helfen

Eigentlich stand ich kurz vor dem Beginn meiner Ausbildung zum KFZ-Mechatroniker, als mich ein Kontakt zu einem lokalen Arbeitskreis rund um das Thema Sucht und Jugendliche mitnahm. Aus einem einzelnen Termin wurde eine offene Infoveranstaltung in Markdorf – mein erster offener Vortrag, nur 20 Minuten lang.

Am Ende standen Eltern, Angehörige und Lehrer*innen bei mir und stellten Fragen.

Manche fragten, ob ich nicht auch an ihre Schule kommen könnte.

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Aus diesen ersten Schulbesuchen entstand ein Verein, aus dem Verein wurden immer mehr Vorträge – und aus den Vorträgen wurden interaktive Workshops. Ich habe schnell gemerkt, dass mir diese Arbeit mehr Sinn gibt als alles, was ich vorher gemacht habe. Als ich meine Ausbildung dann pausieren musste, war das für mich kein Rückschlag, sondern der Startschuss: Ich habe den Workshop komplett neu ausgearbeitet und daraus mein eigenes Unternehmen gestartet – SuchtGelebt.

Vom Zufall zur Berufung

Ich weiß, wie sich jede einzelne Stufe dieser Spirale anfühlt.

Genau dieses Wissen gebe ich heute in den Workshops weiter: nicht als graue Theorie, sondern als gelebte Erfahrung.

Wer meine ganze Geschichte hören will, erlebt sie in meinen Workshops – dort erzähle ich, was hier aus gutem Grund unausgesprochen bleibt.

Heute

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Akut: 112 · TelefonSeelsorge: 0800 111 0 111 / 0800 111 0 222 / 116123

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